Kinder – Bildung – Familie
Platz für Kinder, Jugendliche und Familien
In unseren schönen Stadtteilen leben insgesamt 11.902 Kinder und Jugendliche und wie die Statistik zeigt, werden es täglich mehr. Für diese Kinder und Jugendlich wollen wir uns besonders stark machen. Kinderfreundliche Stadtteile müssen genügend Frei- und Spielflächen bieten. Kinder und Jugendliche müssen toben, sich bewegen und auch laut sein können.
Ein kinderfreundlicher Stadtteil bedeutet für uns auch:
Kurze Wege bis ins Grün – in Parks, Anlagen und Spielplätze. Es gilt, in bestehenden Wohnquartieren die Flächen für Kinder und Jugendliche qualitativ zu erhalten und auszubauen – in neuen Quartieren muss darauf geachtet werden, dass diese Freiflächen von Beginn an vorgesehen werden. Spielplätze müssen auch problemlos von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung genutzt werden können. Wir wollen aber, dass Kinder und Jugendliche sich nicht nur in abgesperrten Arealen bewegen können und dürfen, sondern auch im öffentlichen Raum, auf dem Schulweg und auf den Schulhöfen. Deshalb fordern wir Schulhöfe zu Kinder- und Jugendfreiflächen umzugestalten und das Projekt „Bespielbare Stadt“ im Frankfurter Süden auszuprobieren.
Oberrad braucht dringend einen Abenteuerspielplatz und einen Bolzplatz. Wir achten darauf, dass diese beiden, bereits begonnenen Projekte, zügig realisiert werden. Auch im neu geplanten Henninger Areal und Lyoner Viertel muss es genügend Freiflächen für Kinder und Jugendliche geben. Durch die weiter zunehmende Lärmbelästigung durch den Flughafenausbau, wird es einen zusätzlichen Bedarf an Indoor-Spielmöglichkeiten, nicht nur während der kalten Jahreszeit, geben.
Gerade bei schlechtem Wetter ist es für viele Familien schwierig, ihren Kindern genügend Bewegung zu bieten. Es fehlt bisweilen das Geld für die Mitgliedschaft in einem Sportverein, auch beschränkter Wohnraum limitiert oftmals die Bewegungskreativität von Kindern und Jugendlichen. Hallenspielplätze oder Indoorspielplätze bieten genau dies an: Einen wettergeschützten Raum zum kreativen Spielen, Toben und Klettern. Dabei dient ein Hallenspielplatz auch zur Kontaktaufnahme, zum Austausch, zwischen Eltern. Kindergeburtstage o.ä. können gefeiert werden, wenn zu Hause nicht genügend Platz vorhanden ist. In Hessen sind zur Zeit nur 24 Hallenspielplätze verzeichnet. Wir wollen einen Indoorspielplatz – dabei soll der Kommerz nicht im Vordergrund stehen, die Eintrittsgelder sollen moderat gestaltet werden können.
Nicht nur Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung, die gesamte Familie braucht sie. Die Umwandlung von Kindertagesstätten in Familienzentren ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Ein Familienkulturzentrum auf dem frei werdenden Gelände der Wallschule in Sachsenhausen wäre ein Meilenstein für Familienfreundlichkeit und Integration. Dort könnten Kinderbetreuung, Elterncafe, Beratungsangebote, internationaler Garten, Workshops und Kultur angeboten werden. Eben alles was Familien hilft und Integration fördert.
Ausreichende Betreuungsplätze in Krabbelstuben und Kitas, mit umfassenden Förderangeboten für alle Kinder sind ein weiterer wichtiger Punkt, den wir wie bisher zielstrebig verfolgen werden.
Bildung für alle
In Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad gehen täglich mehr als 6.000 Kinder zur Schule. 2.232 davon besuchen die 8 Grundschulen. Es ist mehr als bedauerlich, dass bisher keine dieser Schulen, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufnimmt. Wir freuen uns, dass die Gruneliusschule einen ersten Schritt dahin unternommen hat. Die anderen Schulen sollten unbedingt folgen, denn nach der UN Behinderten-Konvention, die in Deutschland am 26. März 2009 in Kraft trat, hat jedes Kind mit körperlichen und geistigen Behinderungen das Recht, in der Regelschule mit den Nachbarskindern und FreundInnen zusammen unterrichtet zu werden (Inklusion).
Auch wenn Schulpolitik primär Landespolitik ist, setzen wir uns zielstrebig dafür ein, dass Inklusion im Frankfurter Süden zur Normalität wird. Ist erst einmal ein Anfang gemacht, wird sich zeigen, welch positive Entwicklung Inklusion für die soziale Entwicklung haben wird. Die “Initiative Gemeinsam Lernen“ (IGEL), eine Elterninitiative im Frankfurter Süden, unterstützen wir in ihrem Engagement.
Momentan gibt es in unserem Ortsbezirk 2 Hauptschulen, 2 Realschulen und 3 Gymnasien. Ein Gesamtschulangebot existiert nicht und der Zugang zu anderen integrierten Gesamtschulen im Frankfurter Stadtgebiet gestaltet sich außerordentlich schwierig. Wir wollen die Neue Schule-Süd, ein zukunftgerichtetes und bedarfsgerechtes Bildungsangebot, das – alternativ zu den Gymnasien – für Kinder mit den unterschiedlichsten Potenzialen die besten Fördermöglichkeiten bietet, eine integrierte Gesamtschule mit G9, Mittagsverpflegung, Ganztagsangebot und gemeinsamem Unterricht. Die Elternnachfrage danach ist groß.
Auch hier ist die Landespolitik am Zuge, wir werden aber Schulgemeinden, die sich auf diesen Weg machen wollen, unterstützen und damit das Schulwahlrecht für alle Schulformen für die Eltern auch in unserem Ortsbezirk ermöglichen. Solange das noch nicht Realität geworden ist, unterstützen wir die Eltern und Schulen in ihrer Forderung für eine Schulbuslinie vom Frankfurter Süden in die Heinrich-Kraft-Schule im Stadtteil Fechenheim.
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Umwelt und Stadtentwicklung
Der Wandel macht auch vor unseren Stadtteilen nicht halt. Er bietet Chancen, stellt uns aber auch vor der Herausforderung, alle Menschen teilhaben zu lassen.
Entwicklung und Fortschritt dürfen nicht zu sozialer Ungleichheit führen. Es soll kein Bild von einerseits abgewerteten und andererseits privilegierten Quartieren entstehen. Die Stadtteile dürfen nicht in Gebiete zerfallen, in die sich einige Menschen zurückziehen und um die andere einen Bogen machen. Soziale Isolation und ein Leben in geschlossenen Milieus, in denen die Brücken zur Stadtgesellschaft verloren gehen, dürfen nicht Normalität werden. Überall und für jeden muss es ein Sachsenhausen, Nieder- und Oberrad geben. Wir GRÜNE wollen gemischte Siedlungs- und Wohnungsstrukturen für jedes Einkommen, Alter und jede Lebensform entwickeln. Bei der Gestaltung, Modernisierung und Standardanhebung unseres Wohn- und Lebensumfeldes möchten wir die Bürgerinnen und Bürger beteiligen, ihre Ideen sollen Grundlage der Stadtteilentwicklung werden.
Finanzierbare Mieten bilden die Basis vielschichtiger und lebendiger Stadtteile. Der Kommerzialisierung von Wohnraum sind Modelle entgegenzuhalten, nach denen wir gemeinsam und eigenverantwortlich unser Wohnen und Leben gestalten können. Ein stadtteilweites und Stadtteil übergreifendes Belegungsmanagement muss soziale Verwerfungen in den Mieterschichten verhindern und beseitigen. Ein Generationen übergreifendes Wohnumfeld fördert die nachbarschaftliche Begegnung und Kommunikation und verhindert Generationenkonflikte. Barrierefreie Zugänge zu den unterschiedlichen Angeboten für Alt und Jung, für die Schnellfüßigen und für die Gemütlichen unter uns sind hierfür unabdingbare Voraussetzung. Begleitende Dienstleistungen wie betreutes Wohnen, Werkstätten, Gemeinschaftsräume oder Gästewohnungen dienen nicht nur der Wohnumfeldverbesserung, sie verstehen sich auch als Teil der lokalen Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsförderung.
Breite Nahversorgungsstrukturen in den Stadtteilen sollen einen Frankfurter Süden der kurzen Wege ermöglichen. Örtliche Schul-, Betreuungs- und Bildungseinrichtungen, ein gemischter und abwechslungsreicher Einzelhandel, Restaurants, Kino, Theater, Galerien, Museen und Stadtteilfeste erhöhen die Attraktivität der Stadtteile und machen sie zum Lebensmittelpunkt der Menschen. Kunst und Kultur schaffen Räume für die Menschen jenseits der marktmäßigen Rollen als Arbeitskraft und Konsument.
In diesem Sinne ist auch das wahre Frankfurter Altstadtviertel zu entwickeln. Alt-Sachsenhausen soll ein Ort bleiben, an dem jeder Mann und jede Frau gerne Vergnügen sucht und findet. Mit einer Ausnahme: die rechte Szene muss aus Alt-Sachsenhausen mit jedem zur Verfügung stehenden Ordnungsmittel vertrieben werden. Die derzeitige Dominanz von Fastfood und Billiggastronomie gilt es jedoch aufzulösen, damit auch andere Bevölkerungs- und Besuchergruppen sich in Alt-Sachsenhausen wohl fühlen und auch neue Investoren zu gewinnen sind. Wir unterstützen alles, was die Entwicklung zu einem lebendigen Viertel zum Wohnen und zur öffentlichen Nutzung mit vielfältiger Tages- und Abendgastronomie, Ateliers, Galerien und Live-Musik vorantreibt. Mit der Entscheidung zur künftigen Nutzung des Paradieshofs als Theaterspielstätte für die Fliegende Volksbühne wurde ein wichtiger Grundstein zur Aufwertung dieses historischen Stadtviertels gelegt. Ein modernes Volkstheater soll Ausgangspunkt für neue kulturelle Aktivitäten werden, kreative Berufe sich um den Paradieshof ansiedeln. Am Affentorplatz müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die seine Nutzung attraktiver machen. Hierzu gehört, dass die durch Zäune bestehende Trennwirkung zum Straßenraum aufgelockert und der Standort des Zunftbrunnens zentraler und attraktiver in der Anlage platziert wird. Ruhebänke sollen aufgestellt werden und den Menschen einen Platz zur Entspannung geben. Das Apfelweinmuseum muss dort seinen Platz bekommen, wo jeder Besucher es vermuten würde: in Sachsenhausen. Auch die Zufahrtswege sind aufzuwerten. Die Elisabethenstraße soll so gestaltet werden, dass sich ein vielseitiger Einzelhandel und eine abwechslungsreiche Gastronomie ansiedeln können. Die Walter-Kolb-Straße mit ihrer überdimensionierten Ausrichtung für den Kraftfahrzeugverkehr ist zurückzubauen. Bis zu einer umfassenden Umgestaltung könnten in beide Richtungen Spuren für den Fahrradverkehr eingerichtet werden.
Chancen für eine an den Bedürfnissen der Bewohner ausgerichtete Quartiersentwicklung bietet auch die Aufwertung von Niederrad, einschließlich des Mainfelds. Die Vernetzung der einzelnen Teile Niederrads und die Anbindung an den Main halten wir für ebenso wichtig, wie zukunftsichernde Investitionen in die Verbesserung des Wohnumfeldes und die Binnenstrukturen des Mainfelds. Nur wenn es gelingt, auch einkommensstärkere Bevölkerungsschichten für Niederrad zu gewinnen, hat der Stadtteil insgesamt eine Chance, die vorhandenen Infrastrukturen (Geschäfte, Arztpraxen, Gaststätten, Banken usw.) zu erhalten und auszubauen. Unsere Vorstellungen für eine Aufwertung von Niederrad sind der Erhalt und die Öffnung des Elli-Lucht-Parks zum Main, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf der Mainuferstraße und die Weiterentwicklung des Geländes um das Seniorenheim sowie das Kulturzentrum zu einem lebendigen Quartiersmittelpunkt mit KITA, Familien- und Jugendzentrum und Räumen zur gewerblichen Nutzung für ambulante Pflegedienste, Cafés, Gastronomie, Zeitungskiosk oder Werkzeugverleih. Für das Mainfeld wünschen wir uns Wohnungen, die den vielfältigen Familienstrukturen, unterschiedlichen Lebenssituationen und Altersgruppen gerecht werden. Es müssen barrierefreie und altersgerechte kleinere Wohnungen für Senioren, Quartiere für Studenten und mehr Wohnungen mit mehreren Räumen für größere Familien entstehen. Um den Umgang der verschiedenen Altersgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen konfliktarm zu gestalten, schlagen wir für die Binnenstrukturen und die Belegung das „Milieuwohnen“ vor. So können Mieter miteinander Kontakt halten, sich aber auch zurückziehen.
Eine nachhaltige Stadtteil- und Quartiersentwicklung in Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad verlangt darüber hinaus eine energetischen Sanierung der bestehenden Wohnungen. Ein geringer Energieverbrauch der Gebäude ist unverzichtbar für den Erhalt möglichst breiter Mieterstrukturen und damit auch einkommensschwacher Bewohner in allen Stadtteilen. Wohneigentümer haben ebenfalls ein großes Interesse daran, dass ihre Nebenkosten auf Dauer bezahlbar bleiben. Der Gebäudebestand in den Stadtteilen muss daher unabhängiger von fossiler Energie werden. Ziel ist es, innerhalb von 15 Jahren alle Wohngebäude in Frankfurt auf ein für den Klimaschutz verträgliches Maß zu modernisieren. Mittelfristig müssen die CO2-Emissionen um 50% und langfristig um 100% gesenkt werden, das Passivhaus muss der Standard sein. Hierzu sind Maßnahmen zur Reduktion des Heizenergieverbrauchs durch Wärmedämmung der Gebäudehülle, durch Einbau effizienterer Heizsysteme und Wasser sparender Armaturen, durch Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung und durch den zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energie (Solarwärme, Biomasse / Biogas, Ökostrom) erforderlich. Das zur energetischen Sanierung des Wohnbestands im Vorjahr erstmals aufgelegte Förderprogramm der Stadt Frankfurt muss fortgeführt und nach Möglichkeit ausgebaut werden. Der geplante ökologische Mietspiegel soll schon bald die Vergleichbarkeit der Kaltmieten von energetisch modernisierten und unsanierten Wohnraum ermöglichen.
Eine Stadtteil- und Quartiersentwicklung muss unsere Grünflächen einbeziehen und ohne größere Verdichtung durch Bebauung auskommen. Die grüne Lunge Frankfurts soll erhalten bleiben. Für eine Natur schonende Stadtplanung müssen bestehende Grün- und Freiflächen in ihrer biologischen und ökologischen Bedeutung erfasst werden. Umfangreichere Verluste sollen durch Ausgleichsflächen vor Ort kompensiert werden. Ziel kann allerdings nur eine mit der Natur vereinbare Infrastruktur sein. Neue Wohnquartiere sind mit ausreichend Freiflächen im nahen Umfeld zu entwickeln, so dass ein Ausflug ins Grüne zu Fuß oder mit dem Fahrrad möglich ist. Fassaden- und Dachbegrünung soll Leben auf graue Betonwände bringen. Grüne Schneisen in den Quartieren sollen die Frischluftzufuhr und damit das Klima in den Stadtteilen und in Frankfurt insgesamt verbessern.
Der Stadtwald als bedeutender Teil des rund 80 Quadratkilometer großen Grüngürtels bildet neben dem Mainufer und den vielen Parks die Heimat für die unterschiedlichsten Pflanzen und Tiere. Diese sollen in Frankfurt weiterhin ihre Rückzugsräume finden und so die biologische Artenvielfalt erhalten. Damit der Stadtwald seine Stellung für Flora und Fauna sowie als Naherholungsort für die Frankfurterinnen und Frankfurter nicht einbüßt, bedarf er der besonderen Hege und des Schutzes. Erforderlich ist eine naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung nach FSC-Standard, die sich an seiner Bedeutung als ökologischer und artenreicher Lebensraum orientiert. Weitere Zerschneidungen und Flächenverluste darf es nicht geben. Störungen durch Verkehr und Freizeitnutung außerhalb der vorgesehenen Wege und Plätze müssen ebenso zurückgedrängt werden, wie die Verwahrlosung unserer Grünflächen durch die Hinterlassenschaften der Besucher. Die Bedeutung der Natur für das Stadtklima und unsere Lebensqualität muss verstärkt in das Bewusstsein der Menschen rücken.
Frankfurts Süden ist bunt, lebendig und interessant. Er soll auch künftig allen Menschen einen Platz bieten und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen. Die Vielfalt in den Stadtteilen macht Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad zu unserem Frankfurt, zu unserem Hause!